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Shreechaur, 29.05.2016                07:00 Uhr

Namaste! Herzliche Monsunsonntagsgrüße aus Nepal an Familie, Freunde und alle anderen ZuKi-Fans!

Seit fast zweieinhalb Wochen sind wir wieder in "unserem" kleinen Dorf mit "Großbaustelle Boarding School" direkt neben dem PMC. In den letzten Wochen hat sich vor Ort so viel getan, dass unsere fantastische Trekkingtour fast in Vergessenheit gerät und wir oft nicht mehr genau wissen, wann welcher Bauabschnitt endete bzw. Personalzugang stattgefunden hat.

Deshalb beginne ich jetzt mit den einfachsten Fakten: Der Monsun hat eingesetzt. Nicht so prickelnd, aber auch mal eine Erfahrung wert. Frühmorgens (6 - 9 Uhr) haben wir meistens strahlend blauen Himmel, dann ziehen bis zum Mittag sehr dichte Wolken auf bis "der Himmel für etwa 1 Stunde seine Schleusen richtig öffnet" begleitet von Donner und Blitz. Nachmittags gibt's dann wieder glasklare Fernsicht. Durch die damit einhergehenden Temperaturschwankungen häufen sich momentan Erkältungskrankheiten, welche von den "Medizinfrauen" des PMC behandelt werden, auch mit Unterstützung der neuen, einsatzfreudigen Lab Assistant, die zuallererst das Labor gründlich aufräumte. Auch mich hat ein Schnupfen erwischt, zum Glück nur leicht und fast schon auskuriert.

Die Vegetation um uns herum ist jetzt wirklich knallgrün. Kartoffeln und Mais sprießen üppig, aber es gibt nur wenig Blühendes zu sehen. Dafür wird jetzt das erste heimische Obst angeboten, natürlich alles Bio!! Letzte Woche konnten wir auf dem Wochenmarkt erstmals Pflaumen und Pfirsiche ergattern und die Mangosaison beginnt ebenfalls. Nur in Sachen Gemüse begrenzt sich die Auswahl nach wie vor auf Kartoffeln und Weißkohl. Aber dafür können wir jetzt in Obst schwelgen! Einfach herrlich!

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Als wir nach unserer eindrucksvollen Trekkingtour hier vor etwa zweieinhalb Wochen wieder eintrafen und den Fortschritt an der "Großbaustelle Boarding School" sichteten, waren wir sowohl freudig überrascht als auch perplex: Perplex, weil direkt am PMC-Gebäude eine riesige und überaus scheußliche Wellblechhütte errichtet worden war. Eigentlich ein Schandfleck (aus unserer Sicht). Aber innerhalb kürzester Zeit waren wir von der Notwendigkeit dieser als Hostel für Schüler und Schulpersonal vorgesehenen Wellblechhütte mit "Großküche" überzeugt. Mittlerweile hat Martin etliche Meter Elektrokabel für Glühlampen verlegt, so dass "Festtagsbeleuchtung" in den Schlafräumen und der Küche möglich ist.

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Die "Großküche" wurde letzte Woche von der neuen Hostelmother in Betrieb genommen. Sie kocht dort für alle Hostelbewohner und PMC-Mitarbeiter Daal Bhaat, Noodle Soup u.Ä. Im Winter wird der Lehmofen zusätzlich für etwas mehr Wärme sorgen.

In den nächsten Tagen können die Schlafräume bezogen werden im mittlerweile mit Blumenbeet und Zaun aufgepeppten Hostel.

Der Baufortschritt an den beiden Schulgebäuden ist enorm: beim linken Gebäude sind alle Wände errichtet, beim rechten sind die extrem aufwändigen Vorarbeiten zum Schütten der Betondecke abgeschlossen. Zeitgleich finden auf dem Schulhof die normalen Aktivitäten mit den 132 Schülern statt, die nach dem Unterricht die Baustelle mit viel Vergnügen als Abenteuerspielplatz nutzen!

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Während Martin sich mit chinesischem Elektroinstallationsmaterial herumschlug (chinesisch = Schrott!), habe ich den Kampf mit nepalesischer Schulorganisation aufgenommen und dabei oft die Krise bekommen: nicht eindeutige Schreibweise von Schülernamen, mehrfach gleiche Schülernamen ohne Angabe der Geburtsdaten in derselben Klasse sowie Schülernamen, die von jetzt auf gleich nach Belieben der Eltern geändert wurden. Und dann hat man von fast allen 132 Schülern Fotos "geschossen", daraus Passfotos für die Student-ID-Cards editiert, die den Schülernamen zu zu sortieren sind. Irgendwie ist mir dies dann doch noch gelungen. Aber zwischendurch mit "Haare raufen"!

Gestern fand dann das Highlight auf der Großbaustelle statt:

Die Decke des ersten der beiden Gebäude wurde gegossen. Etwa 70 Dorfbewohner haben von 7:00 Uhr bis 16:30 Uhr Sand und Kies geschüppt und geschleppt, Sand, Kies, Zement und Wasser gemixt, Beton auf flachen Schalen getragen und den Beton zu einer beachtlichen Decke geschüttet und gerüttelt. Petrus war einigermaßen gnädig gestimmt, nur in der letzten Stunde regnete es leider doch noch, so dass eine zusätzliche Abdeckung der gegossenen Decke mit Plastikfolie erforderlich wurde.

Damit sich alle Helfer während dieser Großaktion zweimal mit Reis und Fleisch stärken konnten, musste dieser junge Büffel sein Leben lassen. Wir waren wieder temporäre Vegetarier!

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Mitte nächster Woche werden wir wieder in Kathmandu sein und vielleicht noch herrlich blauviolett blühende Jacarandra-Bäume sehen, was sehr schön wäre. Doch zuvor hoffen wir auf trockenes Wetter und trockene Wege beim Abstieg vom PMC zur Jeepstation in Rampur.

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Mit diesen Schülern der Champa Devi School verabschieden wir uns jetzt von allen und sind ab Mitte Juni wieder im "hohen Norden Deutschlands erreichbar.

Ciao

Susanne + martin

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