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Shreechaur, 07.11.15     20:00 Uhr

Namaste!           Wir grüßen ganz herzlich die Familie, Freunde und alle anderen ZuKi-Fans!


Die "Festival Season" der Nepalesen hat uns nach wie vor fest im Griff. Nach 5 sehr "fleischlastigen" Feiertagen für Dashain erwarten alle schon mit Spannung das zweit wichtigste Fest, Tihar, welches dem indischen Diwali oder Deepawali (Festival of Lights) entspricht und ab kommendem Mittwoch 4 Tage lang zelebriert wird. Dementsprechend ruhig ist es hier oben im PMC und vor allem in der Schule, denn die Ferien dauern noch bis nächsten Samstag (13.11.15). Danach ist erstmal Schluss mit Feierei und es werden hoffentlich wieder Arbeitskräfte für die noch fälligen Handwerksarbeiten an den Neubauten, wie z.B. das Einbauen von Klassenraum- und Toilettentüren sowie der Fenster in die Klassenräume, der Anschluss der 4 neuen Schultoiletten an den neuen Abwassertank und der Aufbau der Stützmauer zur Verfügung stehen. Wir machen mal wieder die Erfahrung, dass hier alles viel langsamer geht, als wir es uns vorstellen können. Heute Abend wurden immerhin drei 5m lange Abwasserrohre für die Toilettenanschlüsse von Rampur aus hier hochgeschleppt. Weil heute die Sonne nonstop vom Himmel brannte, war der Porter nach ca. 6 Stunden Rauftragen dieser "Ungetüme aus schwarzem Kunststoff" völlig erledigt und braucht morgen erstmal eine Verschnaufpause.

Dashain war ein besonderes Highlight für uns. Am Vorabend (21.10.15) des höchsten Festtages saßen wir alle in der Küche und haben gemeinsam eine Art Spritzkuchen gebacken. Die Stimmung dabei erinnerte unglaublich an unsere Weihnachtsbäckerei. Am folgenden Morgen stand als erstes der Besuch des ältesten Familienmitgliedes, der 94-jährigen Großmutter, im Nachbarhaus an. Sie gab allen Familienangehörigen und auch uns, die Tikka, einen dicken "Reisklecks", verbunden mit guten Wünschen auf die Stirn. Anschließend wurde Festtags-Dhaal Bhaat mit Fleisch gereicht. Später konnten wir am üppig gedeckten Küchentisch im PMC die leckeren Spritzkuchen genießen. Es war wie bei uns zu Weihnachten nur Völlerei angesagt.

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Während dieser Festtage suchten tatsächlich sehr viele Patienten (bis zu 30/Tag) das PMC auf, zum Glück meistens wegen Erkältung.

Nach den sehr ruhigen Feiertagen stiefelten wir eine Woche später (28.10.15) früh morgens runter nach Rampur, um 3½ Stunden später mit dem Jeep nach Okhaldhunga zu fahren und uns dem "Konsumrausch" hinzugeben. Nach 4 Wochen in der "Walachei" Shreechaurs war das Einkaufen in dem "Bezirkshauptort" Okhaldhunga eine höchst willkommene Abwechslung, obwohl wir auch feststellten, wie schmutzig dieser Ort ist und man ebenso gut in Rampur einkaufen kann, sofern keine Bankgeschäfte anliegen. So gibt es in Rampur einen ausgesprochen tüchtigen Shopkeeper, der täglich mit dem Trecker nach Okhaldhunga fährt und alle erdenklichen Baumaterialien sowie Handwerks- und Küchengeräte für sein kleines "Bauhaus of Rampur" beschafft, die man sogar telefonisch bestellen kann.

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Der Wochenmarkt in Rampur ist ebenfalls um Klassen besser und abwechslungsreicher als der schmutzige in Okhaldhunga. Dort haben wir am nächsten Tag (29.10.15) die Gunst der Stunde genutzt und uns mit Massen an Gemüse sowie Obst, das es hier oben in Shreechaur kaum gibt, eingedeckt. Danach hieß es wieder aufsteigen zum PMC, was wir mit einstündiger Teepause in 4½ Stunden schafften. Unterwegs trafen wir 2 Geschwister aus Shreechaur, etwa 8 und 11 Jahre alt, die alleine in aller Herrgottsfrühe zum Wochenmarkt nach Rampur gelaufen waren, nur um dort 600 Walnüsse für 600 Rupien (ca. 5 Euro) zu verkaufen und anschließend wieder nach Shreechaur zurückkehrten. Wir trafen sie während einer kurzen Verschnaufpause. Als sie uns dann auch noch etwas von ihrem Proviant, boiled potatoes, anboten, waren wir völlig fassungslos darüber, was Kinder in diesem Land in frühester Jugend bereits leisten müssen. An unsere "gepamperten Kids" in Deutschland durfte ich in dem Moment nicht denken! Kurzentschlossen sagten wir den beiden, dass wir ihnen gerne die nächsten Walnüsse abkaufen würden und sie dann nicht diesen enormen Tagesmarsch (für wenige Rupien) machen müssten. Tatsächlich erschienen die beiden 4 Tage später im PMC und verkauften uns für 500 Rupien 400 Walnüsse, auf die wir uns schon sehr freuten. Nachmittags, beim Versuch die Nüsse zu knacken, haben wir dann feststellen müssen, dass es sich bei dieser Walnusssorte im wahrsten Sinne des Wortes um besonders harte Nüsse handelt.

Mal sehn, wie viel Geduld und Heißhunger auf Walnüsse wir aufbringen, um diese harten Nüsse zu knacken.

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In den vergangenen 3 Tagen haben wir Küche, Peshala's Dusche und unser WC mit Farbe aufgepeppt. Peshala hat sich daraufhin das letzte Patienten-WC, dass in einem erbärmlichen Zustand war wegen katastrophaler Handwerkrarbeit, vorgenommen. Nun strahlen auch dessen Wände "blütenweiß". Ob das nun die richtige Farbe für dieses Land und dessen Bewohner ist, sei dahin gestellt. Ach die Bodenfliesen sind nach 3 Jahren durch stundenlanges Schrubben mit einer Drahtbürste von den Betonresten befreit. Demnächst, sofern wir wieder genügend Farbe haben, wollen wir noch die anderen Patientenräume kolorieren.


Von den unruhigen Zeiten im Terai (= Grenzgebiet zu Indien) bekommen wir hier nichts mit. Aber die Situation in KTM scheint sehr angespannt zu sein, denn fast alle Grenzübergänge zu Indien sind wieder blockiert. Benzin, Gas und indische Medikamente werden nicht nachgeliefert. Im Radio wird schon von den ersten Todesfällen wegen fehlender Medikamente berichtet. Die Pharmacy des PMC ist momentan noch gut gefüllt, Peshala will aber nach vergleichbaren Medikamenten nepalesischer Herkunft Ausschau halten. Momentan liefert China den notwendigen Kraftstoff, was aber nicht ausreicht, so dass Benzin und Gas rationiert werden, was wiederum exorbitante Spritpreise und deutlich höhere Transportkosten nach sich zieht. Nur die Luft in KTM dürfte momentan so gut wie noch nie sein.

DSCN8779 aSo, das war’s für dieses Mal. Der nächste Bericht kommt bestimmt.

Ciao

Susanne + martin

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