Wir geben Kindern in Nepal eine Zukunft

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Shreechaur, Dienstag, 06.10.2015    8:00 Uhr

 

Namaste!    
Wir grüßen ganz herzlich die Familie, Freunde und alle anderen ZuKi-Fans!


Mit einem überraschend pünktlichen Turkish Airlines Flug nach Kathmandu begann vor zwei Wochen (22.09.15) unser neues Nepal- Abenteuer. Nach dem herzlichen Flughafen-Empfang von Peshala, Bipana und Dhanesh erfüllte unsere Befürchtung, bereits während der Fahrt zum Hotel ein arg zerstörtes Kathmandu zu sehen, zum Glück nicht! Allerdings "begrüßte" uns die Tektonik Nepals am Nachmittag unseres Ankunftstages auch noch auf sehr spezielle Art: In Form eines leichten Nachbebens von 4,5. Da wir auf Grund der langen Anreise völlig übermüdet waren und uns dementsprechend "matschig" fühlten, nahmen wir diesen Erdstoß überhaupt nicht wahr. Wir wunderten uns nur, warum Monika, unsere "Schalfreundin", mitten im Gespräch aufsprang und nach draußen lief und kurz darauf in ihren Shop zurückkehrte mit der Frage, ob wir die Erschütterung nicht gespürt hätten.

Schlagartig hellwach sahen wir sie mit weit aufgerissenen Augen an und schüttelten den Kopf. Dieses Erlebnis und zahlreiche Gespräche mit verschiedenen nepalesischen Bekannten über die Naturkatastrophe im April/Mai erzeugte dann doch so manches Mal ein leicht mulmiges Gefühl in uns, insbesondere wenn wir uns auf Dachterrassen begaben oder durch enge "Häuserschluchten" gingen, von denen es in Kathmandu etliche gibt.
Auf unseren Rundgängen durch Kathmandu sahen wir zu unserem großen Erstaunen sehr viele, für uns anscheinend intakt aussehende, mehrstöckige Gebäude. Die Schäden, Risse in den Außenmauern, erkennt man nur bei genauem Hinsehen. Laut Auskunft der Deutschen Botschaft sind in sehr vielen Bauten die Innenwände zusammengebrochen. Das Touristengebiet Thamel ist kaum von Schäden betroffen. Die Naturkatastrophe hat insbesondere die kulturhistorischen Bauten, wie die Pagodentempel im Zentrum, das Kastamandap (gibt's nicht mehr), den alten Königspalast, die Klöster auf der Swayambunath-Stupa und ganz spezielle Stadtteile ruiniert. Von Schutt und dergleichen ist im Zentrum der Stadt so gut wie nichts mehr zu sehen. Viele Häuser wurden bereits repariert, wobei zahlreiche Instandsetzungsmaßnahmen eher Makulatur als alles andere sind, nur damit das Objekt vielleicht doch noch verkauft werden kann. Der Einsturzgefahr alter Ziegelbauten versucht man mit Abstützungen aus Holz "Herr zu werden", die jeden Statiker in Deutschland "in die Flucht treiben" würden. Dennoch spielt sich auf den Straßen der Stadt ein quirliges, munteres Treiben mit bunten Marktständen ab, so wie wir es von jeher kennen. Vielleicht trägt aber auch die Euphorie der Bevölkerung über die neue Verfassung sowie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu einer positiven Stimmung bei.

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Während unseres siebentägigen Aufenthalts in Kathmandu konnten wir den Kontakt zu einem vertrauensvollen Steuerfachmann für Peshala herstellen, der bestätigte, dass ihre letzte Steuererklärung vollkommen korrekt war. Daraufhin hörten wir, wie Peshala ein Stein vom Herzen fiel, denn sie befürchtete von der Steuerbehörde betrogen worden zu sein.

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Außerdem kreuzten wir zu fünft in der Hauptzentrale ihres Geldinstitutes auf, um in einer Runde von mehreren Bankmanagern unmissverständlich darzulegen, dass wir die Dauer des Geldtransfers von Deutschland nach Nepal sehr genau verfolgen und vier Wochen für eine derartige Transaktion für ein seit Jahren bestehendes Konto definitiv zu lang halten. Man will sich bemühen, in Zukunft Geldtransfers schneller durchzuführen.
Am Sonntag, dem 27.09. konnten wir dann zur Abwechslung von all unseren Behördengängen und Besorgungen das bedeutendste religiöse Fest Kathmandus, die Indra Jatra, ein farbenprächtiges Spektakel mit lebender Göttin (ein Kind) und den wichtigsten Politikern der Landes von einer Dachterrasse aus beobachten. Peshala, Bipana und Dhanesh waren begeistert, denn auch sie sahen dieses Fest zum ersten Mal.

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Bedauerlicherweise brachen wenige Tage zuvor erneut Unruhen im Grenzgebiet zu Indien aus. Die dortige Bevölkerung wünscht mehr Autonomie als in der neuen Verfassung vorgesehen ist. Folge der Unruhen, die angeblich durch Indien mit angezettelt werden, war/ist eine totale Blockade aller Grenzübergänge für Gütertransporte, einschließlich dem von Treibstoff. Deshalb beabsichtigten wir am Montag (27.09.), nach dem Meeting in der Deutschen Botschaft, vorzeitig mit dem Jeep zum PMC aufzubrechen. Die Organisation eines Jeeps für unsere Tour gestaltete sich wegen des einsetzenden Treibstoffmangels einhergehend mit rasant steigenden Benzinpreisen als ziemlich schwierig. Dhanesh konnte dann doch ein Vehikel organisieren, welches am Morgen unserer geplanten Abreise, zum Glück noch in Kathmandu, wegen Motorschadens "seinen Geist aufgab". Wie durch ein Wunder gelang es Dhanesh erneut, innerhalb weniger Stunden, für den folgenden Tag einen anderen Jeep zu organisieren, der uns am Dienstag nach 10-stündiger Fahrt auf mittlerweile relativ guter Strasse sicher nach Rampur brachte, der letzten mit dem Wagen erreichbaren Ortschaft vor dem PMC.
Nach einem Einkaufstag in Okhaldhunga ging es per Pedes am Donnerstag (01.10.15) bei strahlend blauem Himmel hoch zum PMC. Der 5-stündige Aufstieg war diesmal wegen der enormen Sonneneinwirkung sehr anstrengend. Sogar den Nepalesen traten die Schweißperlen auf die Stirn beim Aufstieg in der gleißenden Sonne. Schweißgebadet erreichten wir endlich das PMC und wurden mal wieder mit großem Hallo, Blumengirlanden und Katas (Glücksschals) begrüßt.

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Mittlerweile haben wir uns im Gästezimmer ganz gut eingerichtet und schon einiges vor Ort erkundet. Sehr viele Häuser in Shreechaur haben erhebliche Risse durch die Beben erlitten, so dass sie nicht oder nur tagsüber bewohnbar sind; nachts wird dann in Hütten geschlafen. Einige Häuser und der Govern-ment-Healthpost sind total zur Bruch gegangen.

Das PMC läuft nach wie vor sehr gut und hat tatsächlich keine Schäden durchs Erdbeben erlitten. Die neue Boarding School hat mittlerweile 113 SchülerInnen, die sich auf vier Kindergartengruppen und eine "erste Klasse" verteilen. In spartanisch eingerichteten Wellblechklassenräumen und drei neugebauten Klassenräumen findet der Unterricht durch sieben LehrerInnen für die hochmotivierten Kinder statt. Sobald die neuen Schultoiletten mit Wasserleitung, Eimer und Tür versehen sind, was in Kürze geschehen soll, sind die Bedingungen für vernünftige Hygiene auf dem Schulgelände geschaffen. Allerdings gibt es immer noch reichlich zu tun!

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So, jetzt gibt's mal wieder spicy noodlesoup zum Frühstück.
Ciao und bis zum nächsten Bericht aus dem sehr sonnigen Himalaya
Susanne + martin

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